Vintage Kleider auf dem Prüfstand

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Second Hand Mode

Es ist unter Modefreunden eine seit Ewigkeiten andauernde Diskussion. Die Frage nach dem Kauf von Kleidung aus erster Hand, neu und frisch von der Stange, oder aber die Suche nach den perfekten Fundstück im Second Hand-Laden. Was nämlich bei den einen als „Resteverwertung“ und „eklig“ verpönt ist, ist für andere die Essenz des Shoppens. Wir gehen das Thema Vintage Kleider einmal nüchtern an und haben uns gefragt, wo die Vor- und wo die Nachteile des Second Hand-Shoppens liegen.

Vintage Kleider Von links nach rechts: Missoni, Missoni, Issa

Vintage Kleider: Erste oder zweite Hand?

Ein wohl offensichtlichster Grund für das Shoppen in Second Hand-Läden ist ganz klar der finanzielle Aspekt. Wenn es darum geht, gute Schnäppchen zu schießen, sind diese Läden definitiv die richtige Anlaufstelle. Bei privat betriebenen Second-Hand Läden geht es weniger um große Umsätze, als um das „Eine Hand wäscht die andere“-Prinzip mit der ausgewählten Stammkundschaft.

Marc Jacobs, Missoni, Versace Second Hand Kleider Von links nach rechts: Marc Jacobs, Missoni, Versace

Zudem lässt sich mit der Hippie-Ladenbetreiberin deutlich besser handeln, als mit der H&M-Verkäuferin. So lassen sich immer mal noch ein paar zusätzliche Euros herausboxen.

Second Hand-Kleidung auf dem Prüfstand

Hin und wieder finden sich auch relativ neue Stücke, vielleicht sogar noch aus aktuellen Kollektionen zu günstigen Konditionen im Sortiment der Second Hand-Shops. Nicht selten stößt man auch auf das ein oder andere Designer-Teil vergangener Kollektionen. Muss ja niemand der Freunde (die sowieso keinen Plan von Mode haben) wissen, dass das Teil nicht mehr der ganz heiße Scheiß ist, solange man sagen kann, man trägt ein echtes Chanel- oder Gucci-Kleid. Spezielle Stücke lassen sich hier alle allemal finden, wenn – und das führt uns direkt zu Punkt drei – man geduldig ist und lange genug sucht.

Missoni, Simona Barbieri, Escada Vintage Kleider Von links nach rechts: Missoni, Simona Barbieri, Escada

Der Witz ist nämlich, dass das Stöbern in den einschlägigen Läden wieder den Urtrieb des Shopping-Freaks weckt. Unterhaltsames, stundenlanges Suchen nach dem perfekten Kleidungsstück. Mit dem Unterschied, dass man hier nicht einfach Berge von immer demselben Kram durchwühlt, sondern ein Unikat nach dem nächsten analysiert. Und natürlich anprobiert, auswählt, und dann doch nicht nimmt. Es sich wieder nochmal anders überlegt und dann wieder etwas anderes, besseres findet. Und daran Spaß hat. Die Essenz des Shoppens eben.

Was gegen Second Hand Kleidung spricht

Doch auch die Nachteile des Second Hand-Shoppings sind so offensichtlich wie häufig gerechtfertigt. Viele Leute fühlen sich aus nachvollziehbaren Gründen in Kleidung unwohl, die von anderen, fremden Menschen vor ihnen getragen wurden. So empfinden manche Menschen ein Unwohlsein bei Vintage Fashion. Sie werden auch nach dem zehnten Waschen der Vintage Kleider nicht das Gefühl los, in „fremder“ Kleidung zu stecken.

Christian Dior, Tory Burch, Marni Vintage Kleider Von links nach rechts: Christian Dior, Tory Burch, Marni

Zudem hat man bei Second Hand Kleidern nie die einhundertprozentige Fälschungssicherheit. Da die Quellen der Vintage Kleider meist nicht eindeutig ersichtlich sind, besteht immer ein Restrisiko, gefälschte Ware zu erwerben, was peinlich werden kann, wenn man damit einem Kenner unter die Augen tritt. Ruck-zuck findet man sich in einem peinlichen Moment wieder. Zum Beispiel, wenn man von einem, der etwas von Mode versteht als jemand erkannt wird, der offensichtlich kein Problem hat, billige Kopien am Leib zu tragen.

Schlussendlich bleibt der vermeintliche Nachteil mit Second Hand Kleidern, immer der Zeit ein Stück hinterherzuhinken, denn im Normalfall sind die Stücke mindestens aus der letzten oder noch älteren Kollektionen. Ausnahmen bestätigen jedoch hier, wie bereits erklärt, die Regel.

Prada, Diane von Furstenberg, Lanvin Vintage Kleider Von links nach rechts: Prada, Diane von Furstenberg, Lanvin

Retro ist immer IN

Man kann aus diesem Nachteil jedoch kurzerhand einen Vorteil machen. Der Trick ist, bewusst Kleider zu wählen, die aus längst vergangen Zeiten stammen. Aus genau diesem Grund ist jeder Second Hand-Laden ein Mekka für alle die auf den Look der 50er, 60er, 70er, 80er oder 90er stehen. Und da Retro und Vintage nach wie vor zieht, warum dann nicht gleich an der Quelle danach suchen? So kann man sich sparen, künstlich überteuerte, auf alt gemachte Ware zu kaufen.

Michael Kors, Diane von Furstenberg, Alexander McQueen Second Hand Kleider Von links nach rechts: Michael Kors, Diane von Furstenberg, Alexander McQueen

Dass diese Strategie durchaus angewandt wird, ist leicht zu erkennen. Zum Beispiel alleine daran, wie Second Hand-Shopping gerade in den letzten Jahren auf ein neues Level gebracht wurde. Man denke nur an den Aufstieg von Online-Auktionshäusern wie eBay. Das WWW ist ein Paradies für Second Hand-Shopper auf der Suche nach Liebhabersachen zu Schnäppchenpreisen geworden. In diesem Sinne: Keep the Spirit alive und die Augen offen.

Cos, Issa, Armani Retro Kleider Von links nach rechts: Cos, Issa, Armani

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