Kleider im HipHop – Von der Bronx in den Schrank – oder wahnsinnig vielseitig?

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Ja gibt es das denn? Naturgemäß war der HipHop eine Männerdomäne. Heutzutage ist HipHop Teil der Popkultur und einer der bestimmenden Musikstile in verschiedensten Ländern. Früher einmal kannte er nur eine Sprache: Englisch. Derzeit finden wir das Genre in allen Sprachen und in so vielen Stilen, das es nicht immer einfach ist, überhaupt noch den qualitativen Unterschied zu machen. Enstanden ist der Hiphop aus einer Mischung von RnB und Soulmusik, in den Achtzigern waren es HipHop-Adepten wie KRS-One und Africa Bambata, die dem HipHop als Jugendkultur in den USA zum Durchbruch verhalfen. Weltweit wurde das Genre durch Rapper wie Tupac Shakur, Notorious BIG, Nas und Jay-Z bekannt. Die „Hopper“, die in den Ghettos zuhause waren, machten auch den modischen Hiphop Style zur tragfähigen Mode.

Bei Männern waren es insbesondere Baggy-Pants und Sneaker, dazu Daunenjacken und lange T-Shirts und Hemden, die den Look ausmachten. Auch das weibliche Geschlecht, das anfänglich nur schmückendes Beiwerk der Kultur war, etablierte sich in den vorigen Jahrzehnten immer intensiver als wichtiger Teil der Jugendkultur. Ihr Look ähnelte dem der Corner Boys hatte aber natürlich weiblichere Elemente wie enge Jeans und Tops im Repertoire. Um die Geschichte des Kleides in der Hiphop Kultur zu erforschen, müssen wir etwas weiter ausholen. Rapperinnen wie Estelle und Lauran Hill wendeten sich, entgegen der vielleicht mächtigsten Rapperin im Show-Business, Missy Elliot, vom Stil der Straße ab und zelebrierten das Tragen von weiblicheren Kleidungsstücken. Nicht nur wurde die Mode enger und figurbetonter auch die Eleganz hob sich. Ein gutes Beispiel dafür ist Estelles Video „American boy“ (mit Kanye West), in dem sie Gerüchten zu Folge ein Kleid von Amazon trägt. Das Label ist dabei nicht so relevant wie der Fakt, dass ein solches Kleid von einer Rapperin getragen wird.

Das Hip Hop-Kleid kann sich also ganz oben an der Highfashion-Treppe ansiedeln, aber auch viel geerdeter sein. Jedenfalls ist es feminin und unterstützt die weiblichen Kurven in besonderem Maße. So wichtig die musischen Einflüsse früherer Generationen auf die Entwicklung des HipHop als musikalisches Genre waren, so wichtig ist der kulturelle Background der afroamerikanischen Kultur für die Entwicklung des Kleides. Funk und Soul halfen der Musik auf die Sprünge, der modischen Entwicklung kamen besonders die Styles der Sechziger und Siebziger zu Gute. Soul-Legenden wie Aretha Franklin trugen lange und bunte Kleider, die glänzten und manchmal dezent mit Pailletten bestückt waren. Die verschlungenen Prints, die an der Taille enden, kommen auch heute wieder super bei jungen, modebewussten Frauen an und machen jeden Sommer noch heißer. Nicht zu vernachlässigen ist die Herkunft der Black-Musik-Idole, die der Mode ihren Stempel aufdrückten. Die vielfarbigen kreolischen Kleider und das Aussehen von amerikanischen Stammesgewändern drückte der Mode ihren Stempel auf.

Aber HipHop ist heute vor allem eines: Sexy. Für den Gang in den Club ist das „Kleine Schwarze“ angesagter Renner. Dazu trägt die stylische Hopperin  hohe Schuhe. Die Kleiderwahl muss sich demnach in Richtung Mehrheitsgesellschaft entwickelt haben. Accessoires zu den Kleidern sind dünne goldene Ketten. Diese können gern super „bling bling“ sein. Falsche Steine oder unechtes Gold, das zählt im Club nicht viel. Es geht um den Spaß und das Dekolletée. Zum kurzen Kleid passt die Lieblingsclutch und drüber gern eine kurze Daunenjacke, die unterhalb der Hüfte abschließt. Aber Achtung: Die Jacke sollte nicht zu kurz sein, sonst sieht man schnell mal aus, als wäre man gerade mit Ronald Amundsen von einer Südpol-Expedition gekommen. Wie es auch sein mag. So etwas wie DAS EINE Hiphop-Kleid gibt es nicht. Es gibt Einflüsse und Subgenres, genau wie in der Musik. Doch dies darf uns freuen, denn so kann Frau ganz im HipHop-Style im Club sexy ihre Hüften schwingen, aber auch gediegen bei der Sommerparty chillen.

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